Adhäsion

Rechtsanwalt Erwin Hubert

Das Adhäsionsverfahren §§ 403 ff. StPO

Im Adhäsionsverfahren kann das Opfer einer Straftat zivilrechtliche Ersatzansprüche, die durch die Tatbegehung entstanden sind (Schadenersatz, Schmerzensgeld u.a.) und für die eigentlich die Zivilgerichte zuständig wären, schon im Strafverfahren geltend machen und durchsetzen. Wie schon bei seiner Einführung in Kriegszeiten (1943) dient dieses Verfahren noch heute auch für das Opfer der Vereinfachung, da es den Sachverhalt nur einmal gerichtlich feststellen und in der Regel nicht selbst beweisen muss. Diese opferfreundliche Verfahrensweise hat lange nur ein „Schattendasein“ geführt, wird aber von den Strafgerichten in den letzten Jahren immer häufiger praktiziert. Dazu beigetragen hat sicher, dass der Gesetzgeber das Verfahren teilweise vereinfacht und die Möglichkeit der Strafgerichte, von einer beantragten Adhäsionsentscheidung abzusehen, deutlich eingeschränkt hat.