Nebenklage

Rechtsanwalt Erwin Hubert

Die Nebenklage §§ 395 ff. StPO

Mit der Nebenklage kann sich das Opfer bestimmter Straftaten (etwa bei Sexualdelikten, vorsätzlicher Körperverletzung, versuchter Tötung, Stalking, Zuhälterei etc.) oder – bei Vorliegen besonderer Umstände – bei jeder anderen rechtswidrigen Tat zu seinem Nachteil der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklage anschließen und mit vielen eigenen Rechten am Strafverfahren teilnehmen. Dies gilt auch für nahe Angehörige verstorbener Opfer. Sinn der seit rund 30 Jahren erfolgten stetigen Erweiterung der Nebenklagebefugnis ist vor allem, dass sich Opfer im Rahmen ihrer aktiven Beteiligung an einer Hauptverhandlung auch gegen eventuelle unberechtigte Schuldzuweisungen (Mitschuld an der Straftat) und andere unsachliche Angriffe von Seiten des Angeklagten wehren können. Auch mit Blick auf die verfahrensbeendende Verständigung im Strafprozess ist eine Nebenklage zu empfehlen. Schließlich kann im Rahmen der Nebenklage auch eine selbständige revisionsrechtliche Prüfung des Schuldspruches eines Urteils auf Rechtsfehler zum Vorteil des Angeklagten durchgeführt werden.